2009 - Tratsch im Treppenhaus

Komödie von Jens Exler

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn
nicht gefällt, heißt es bei Schiller. Und besonders die Bewohner des
Mietshauses, die das zweifelhafte Vergnügen haben, in direkter Nähe zu Frau
Meta Boldt zu wohnen, können den Wahrheitsgehalt dieses Satzes bestätigen.
Denn Meta Boldt „wacht“ gewissermaßen über das Treppenhaus; sie meint
es besonders gut mit ihren Mitbewohnern und lässt sich deshalb nichts entgehen.

So bleibt ihr auch nicht lange verborgen, dass Frau Knoop, die Nachbarin
in der zweiten Etage, ein Zimmer untervermietet hat, was laut Mietvertrag
strengstens verboten ist. Da muss man doch schleunigst den Hauswirt benachrichtigen
und den anderen Nachbarn, den Steuerinspektor a. D. Brummer,
den die laute Musik, die aus dem Zimmer der Untermieterin tönt, doch wirklich
in dem wohlverdienten Ruhestand stören muss.

Meta Boldt erreicht zwar zunächst, dass Hauswirt und Nachbar sich empören
und Frau Knoop in ihre Schranken weisen wollen, doch die junge Untermieterin
verdreht den älteren Herren gewaltig den Kopf und nimmt ihnen
so allen Wind aus den Segeln. Ihr allerdings verdreht der junge Mann den
Kopf, der – auch gegen das strenge Verbot – im leeren Zimmer bei dem Herrn
Steuerinspektor a.D. Brummer eingezogen ist.

So werden alle Karten neu gemischt: Die Untermieterin bekommt den Untermieter,
Frau Knoop bekommt den Herrn Brummer und Frau Boldt, die das
alles empörend findet, bekommt gehörig ihr Fett weg.

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